Verfasst von: [aapa] | 24. Juli 2012

Neonazis marschierten durch Passau

Wie die PNP schreibt, marschierten in der vergangenen Nacht Neonazis um Martin Wiese durch Passau. Ursprünglich wollten sie am Grab von Friedhelm Busse einen Kranz nieder legen, was von der Polizei unterbunden wurde. Stattdessen zogen Sie durch Passau zum Klostergarten.

Bei und nach dem Begräbnis des ehemaligen SS-Mitglieds Busse am 26. Juli 2008 kam es zu massiven Ausschreitungen der 80 teilnehmenden Neonazis (aapa berichtete). Auf dem Friedhof in Patriching griffen 40 von ihnen einen Journalisten an. Sie drängten ihn in eine Ecke der Kirchenmauer, traten und schlugen ihn und versuchten ihm die Kamera zu entreißen. Erst nach einigen Minuten und einem Pfeffersprayeinsatz gelang es der Polizei, den Journalisten aus dem wütenden Mob zu befreien, wobei auch die Einsatzkräfte selbst angegriffen wurden. Im Folgenden wurden mehrere Nazis festgenommen, darunter Thomas Wulff und Philipp Hasselbach aus München. Der Rest der Rechtsextremen zog daraufhin in die Stadt Passau, wo sie am frühen Nachmittag eine Demonstration „gegen Polizeiwillkür“ von der Polizeiwache in die Innenstadt durchführten. Dabei wurde einem jungen Mann von dem bekannten Münchner Neonazi Manuel Heine mit einer Fahnenstange ins Gesicht geschlagen, was von einem Polizist lediglich mit „klar ist das Körperverletzung, aber wenn wir den festnehmen gibt’s ’ne Straßenschlacht“ kommentiert wurde. Weiterhin wurde eine Frau, wohl wegen ihres migrantischen Aussehens, von zwei Neonazis geohrfeigt. Die Polizei, die scheinbar nicht gänzlich tatenlos zusehen wollte, nahm daher, anstatt die Nazis in ihrem Treiben zu stoppen, 6 Antifas ohne erkennbaren Grund auf „Anordnung durch Polizeidirektor Mannichl“ hin in Gewahrsam. Für den Rest des Abends konnte sich keine_R, der oder die dem Feindbild der Nazis entspricht, angstfrei auf Passaus Sraßen wagen.

Der Oberbürgermeister von Passau Jürgen Dupper (SPD) lobte diesen Polizeieinsatz als „großartig“ (aapa berichtete). Mit „großartigem Verhalten“ meint der Oberbürgermeister wohl, dass über 40 Neonazis, die an den Übergriffen beteiligt waren, nicht einmal festgenommen wurden. Im Gegensatz dazu wurden 6 Antifas grundlos in Gewahrsam genommen. Dieses „großartige“ Vorgehen verharmlost statistisch die Ausschreitungen der Neonazis und spielt sie nach altbekanntem bürgerlichem Kalkül durch die Festnahmen der Antifas zu einer Auseinandersetzung zwischen „Linken“ und „Rechten“ herunter.


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